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Kreatives Coding in Bonn

Python coden zuhause - Spiele, Geschichten und mehr

Gestartet von Dr. Olav Schettler in Kreatives Coding in Bonn vor 3 Monaten

Die meisten Programmierkurse beginnen mit visuellen Programmiersprachen wie Scratch. Diese bieten einen super Einstieg in die Programmierung und ermöglichen schnell Erfolgserlebnisse, ohne erst die Syntax einer textuellen Programmiersprache lenen zu müssen.

Weil es ein deutsches Produkt ist und es Kooperationen mit dem mächtigen Schulbuchverlag Cornelsen und Fraunhofer IAIS und ihrer visuellen Programmierumgebung Open Roberta gibt, wird an deutschen Grundschulen oft mit der Platine Calliope Mini begonnen zu programmieren.

Das ist in meinen Augen ein wenig schade. Open Roberta ist etwas umständlich zu handhaben. Um ein neues Programm auf den Calliope Mini zu speichern, muss das Programm - vielleicht unter Nutzung des integrierten Simulators - zuerst entwickelt und dann über den Umweg über das Dateisystem des Calliope Mini im Finder oder Windows Explorer auf die Platine kopiert werden.

Komfortabler und direkter geht die Programmierung mit der ebenfalls visuellen Umgebung MicroBlocks. Diese ist leicht zu installieren, unterstützt neben dem Calliope Mini auch andere, mehr oder weniger kindgerechte und teils weiter verbreitetet Platinen wie den BBC micro:bit, AdaFruit Circuit Playground Express oder M5Stack. MicroBlocks unterstützt auch das Erstellen eigener Blöcke und hilft so beim größten Problem der Blockprogrammierung, dass nämlich Programme sehr schnell sehr unübersichtlich werden.

An MicroBlocks arbeiten berühmte Programmierer wie John Maloney oder Jens Mönig mit, die teils schon seit den 60er Jahren an pädagogischen Werkzeugen für Lernen mit digitalen Welten arbeiten.

So sieht ein Kopfrechentrainer für das kleine 1x1 in Microblocka aus:


Aber kommen wir zu Python. Python ist eine einfach zu lernende, moderne Programmiersprache, die Anfang der 90er Jahre von Guido van Rossum erfunden und seither stetig weiter entwickelt wird. Python gibt es seit ein paar Jahren auch in einer speziellen Variante MicroPython (oder, wieder davon abgeleitet, CircuitPython) für kleine Microcomputer wie den Calliope Mini.

Ist man dem blockorientierten Programmieren entwachsen, so ist Python eine gute Wahl für eine erste, textliche Programmiersprache. Nur, wie anfangen?

Am einfachsten geht der Start mit einem schönen Buch. Hier kann ich Spiele mit Python supereasy programmieren von Carol Vordermann empfehlen. Die Autoren stellen die Spieleentwicklung in der modernen Version 3 von Python vor. Sie nutzen die Bibliothek PyGameZero, mit der es sehr einfach ist, eigene Spiele zu entwickeln. Als Entwicklungsumgebung erklären sie Idle. Diese Umgebung ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, tut aber ihren Dienst.

In diesem Buch entwickelt die angehende Entwicklerin Spiele für Computer. Möchte man gerne auf Geräten wie dem Calliope Mini starten, sieht es mit der deutschsprachigen Unterstützung der Python-Programmierung nicht so toll aus. Als einzige, verlässlich funktionierende Option habe ich das schweizer Angebot Tiger Jython 4 Kids entdeckt. Hier gibt es einen kompletten Lehrgang zu MicroPython auf dem Calliope Mini.

So könnte in Python der Rechentrainer aussehen:

Woher sollte man diese ganzen Befehle kennen? Zugegeben, da fängt die Sucherei an. Im Calliope Mini-Kurs findet man alle Befehle, die speziell für diese Platine sind. Hier ist z.B. die Seite für die Anzeige aus 25 Leuchtdioden. Befehle für Zufallszahlen findet man dann in der Dokumentation von MicroPython; diese allerdings leider nur auf Englisch.


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